Wie wichtig sind Nahrungsergänzungsmittel für deine Gesundheit?

Marc Sonderegger/ December 13, 2017

Heute widme ich mich einem heiklen Thema: Sind Nahrungsergänzungsmittel reine Geldmacherei oder bringen sie deiner Gesundheit tatsächlich etwas?

Dazu gibt es oft nur Schwarz-Weiss-Meinungen. Vor nicht allzu langer Zeit war ich selber ein massiver Gegner von sog. Supplementen. Ich war der Meinung, dass mit gesunder und abwechslungsreicher Ernährung keine Notwendigkeit für Proteinshakes, Multivitamintabletten etc. besteht. Seit rund einem Jahr beschäftige ich mich intensiver mit diesem Thema und musste einige Ansichten revidieren. Im Folgenden eine nicht abschliessende Zusammenstellung von Pro und Contras zum Thema Supplements:

 

Contras:

 

  1. Geldmaschinerie

Die Nahrungsergänzungsmittelindustrie ist ein Milliardengeschäft. Dies lockt viele zwielichtige und profitorientierte Personen in diese Industrie. Die Differenzierung von sinnvollen Supplements und unsinnigen Präparaten ist im Dickicht der vielen Anbieter und Meinungen sehr schwierig.

 

  1. Trainerprovisionen

Ich erhalte fast wöchentlich Angebote von Firmen, die mir Provisionen versprechen. Darunter gibt’s auch etliche, die mit Schneeballsystemen arbeiten. Trainer sollten sich aber in erster Linie auf ihren Job als Trainer konzentrieren und ihr Geld damit verdienen. Ansonsten sollten sie ihren Job wechseln.

 

  1. Bezahlte und schlecht durchgeführte Studien

Erstes Problem: Studien sind oft von Unternehmen finanziert, die ein ihren Interessen förderliches Studienergebnis publizieren möchten.

Zweites Problem: Methodik. Sorgfältig durchgeführte Studien mit genügend grosser Stichprobe und Doppelblindanlage, die reliabel und valide sind, sind immer noch eher die Seltenheit. Insofern sind Studienergebnisse ohne genaue Methodenangabe immer mit Vorsicht zu geniessen.

 

 

Pros:

 

  1. Nahrungsmittel haben sich verändert 

Statt das eigens angepflanzte Gemüse gibt’s Tomaten aus Spanien und Spargeln aus Frankreich. Damit sie auf dem Weg nicht verderben, werden sie unreif geerntet, bearbeitet oder gar genmanipuliert (z.B. in den USA).

Die Bodenzusammensetzung hat sich durch intensivere Nutzung verändert, es wird gedüngt, gespritzt und maschinell geerntet und verarbeitet.

Als Verpackung dient hochproblematischer Plastik (der z.B. BPA beinhaltet) und die Waren liegen teilweise tagelang in den Regalen. Salat ist gewaschen und abgepackt, alles um unsere wertvolle Zeit zu schonen. Tiere werden mit Hormonen oder Kraftfutter, welches sie natürlicherweise gar nicht essen, vollgestopft. Auslauf: Fehlanzeige.

Dass durch oben genannte Gründe Nahrungsmittel andere Inhaltsstoffe haben können, leuchtet ein und wurde mehrfach nachgewiesen. Obst und Gemüse haben 5-40% ihrer Mineralien verloren. Orangen haben noch 1/8 an Vitamin A, Tomaten 3/4 weniger Kalzium und Brokkoli 80% weniger Kupfer. Kabeljau hatte 1960 noch 70% Eiweiss!

Ebenfalls wurde gezeigt, dass diese Umstände unseren natürlichen Hormonhaushalt verändern können, was sich in Verdauungsproblemen, Gewichtszunahme und anderen Dingen zeigt.

 

  1. Die Ernährung hat sich verändert. 

Oh ja. Umfragen zeigen immer wieder, wie wenig Gemüse gegessen wird. Noch viel eindrücklicher wird’s, wenn man wie ich, regelmässig im Migros Restaurant isst. Wenn ich da Gemüse und Fleisch bestelle, fühle ich mich wie ein Ausserirdischer. Rundherum wird Schnitzel-Pommes, Currywurst, Pizza und Kebab gegessen, mit 2-3 Beuteln Ketchup oder Mayo und einer Cola dazu versteht sich. Die Argumente in den Abschnitten 1 und 2 machen deutlich, dass Nahrungsergänzungsmittel (neben einer gesünderen Ernährung) helfen können, dem Körper die fehlenden Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zuzufügen.

 

  1. Die Lebensweise der Menschen hat sich verändert. 

Viele Menschen sitzen ganztags im Büro. Von Sonnenstrahlen keine Spur. Dafür wäre die Sonne doch für die Vitamin D-Bildung so wichtig (zu den Funktionen im Körper siehe „Fazit“).

Zudem hat sich das Essverhalten verändert: Das Frühstück wird ausgelassen: keine Zeit. Wenn’s reicht Kaffee und Gipfeli “to go” am Bahnhof. Mittagspausen werden, wenn überhaupt, so kurz als möglich abgehalten. Am besten ein Sandwich oder Birchermüesli und dies allenfalls noch vor dem Computer. Abendessen: Wenn ich um 20.00 Uhr nach Hause komme noch kochen? Geht’s noch? Ein paar Scheiben Brot und Salami oder Marmeladenaufstrich schafft man noch knapp.

Anschliessend noch ein bisschen TV schauen oder auf dem Handy oder Computer surfen, wo das Blaulicht der Bildschirme unseren Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinanderbringt.

Natürlich ist das alles ein bisschen überspitzt formuliert, aber so läuft’s oft. Das sehe ich an vielen Beispielen meiner Kunden. Viel dafür können wir nicht mal. Es wird mehr denn je von uns gefordert. Dies erfordert in obigen Hinsichten seinen Tribut.

 

  1. Die Wissenschaft hat sich verändert. 

Mittlerweile können wir Dinge herstellen, die vor Jahren oder Jahrzehnten nicht produziert werden konnten.

Dies eröffnet auch neue Möglichkeiten bei der Nahrungsergänzungsmittelherstellung, was z.B. zu hochwertigeren und besser absorbierbaren Produkten führt.

 

 

Als Fazit kann ich als Trainer also festhalten:

 

Je nach Situation und Ziel machen Supplemente Sinn. Ich verwende vor allem folgende:

-Ein Multi für die Grundversorgung an Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Diese sind notwendig für zahlreiche Stoffwechselvorgänge.

Vit. D isoliert für div. Funktion im Körper wie Schilddrüsenaktivität, Immunsystem, Muskelfaserbildung, Knochenbau, Stimmung etc.

Magnesium und ein paar andere um den Schlaf zu verbessern, da dieser absolut zentral ist für Fettreduktion und Muskelaufbau.

Proteinshakes um das Cortisollevel nach dem Training zu senken und die nötige Menge an täglichem Protein für den Muskelaufbau zuzuführen.

 

Daneben gibt es diverse andere, welche bei Hormonungleichgewicht (z.B. Frauen in der Perimenopause), Stress, akuten Entzündungen, Darmproblemen usw. helfen. All dies verhindert maximale Fettreduktion und Muskelaufbau.

 

Für optimalen Erfolg braucht es also einen ganzheitlichen Ansatz und verschiedene Blickwinkel. Von einem solchen profitieren Kundinnen und Kunden von personalworkout. 

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