Stehen statt sitzen! Sechs Massnahmen die im Alltag helfen

Marc Sonderegger/ December 13, 2017

In letzter Zeit habe ich häufig gehört, dass Sitzen das neue Rauchen sei. Der Vergleich scheint ein bisschen weit hergeholt, da die Auswirkungen des Rauchens doch meist gravierender sind. Vor allem aber sind sie anders. Dennoch sind die Folgen der heut meist sitzenden Tätigkeiten nicht unproblematisch. 

Vom Morgentisch setzt man sich ins Auto oder den Zug, sitzt ganztags am Schreibtisch um sich am Abend wieder auf dem Sofa vom stressigen Tag zu erholen. Solch ein Alltag bleibt dem Körper nicht unbemerkt.

Bei all meinen Kunden führe ich eine Anamnese – die Erfragung von medizinisch relevanten Informationen – durch. Die Antworten gleichen sich des Öfteren, sind doch Nacken- und Kopfschmerzen häufige Probleme. Zudem ist die Bein- und Hüftmuskulatur von der einseitigen Belastung oft “verkürzt” bzw. schwach. Praktisch alle Kunden, die einen mehrheitlich sitzenden Job ausüben, haben einen leichten bis starken Rundrücken. Oftmals klagen sie auch über Rückenschmerzen. Alle diese Symptome werden durch das Sitzen verursacht oder verstärkt.

Deshalb empfehle ich allen “Sitzern” folgende sechs Massnahmen:

  1. Lass dir ein Stehpult organisieren. Falls die Firma keines bezahlen will, hol dir das erforderliche Arztzeugnis oder hilf dir selber mit einem Aufsatz von Varidesk. Für knapp CHF 500 die beste Anschaffung die ich in den letzten Monaten getätigt habe. Steigere die stehende Arbeitsweise täglich bis du nur noch stehend arbeiten willst/kannst.
  2. Richte dir deinen neuen Arbeitsplatz ergonomisch ein! Der obere Rand deines Computers sollte auf Augenhöhe sein und die Arme im Ellenbogen rechtwinklig gebeugt wenn auf der Tastatur getippt wird!
  3. Lerne richtig zu Sitzen und zu Stehen. Dabei sollten die Bauchmuskeln immer ein wenig angespannt sein. Wie das genau geht zeigt dir am besten ein guter Trainer. Alternativ empfehle ich das Buch „Deskbound“ von Dr. Kelly Starrett.
  4. Mach regelmässig kurze Pausen bzw. ändere deine Position, auch im Stehen. So kannst du z.B. einen Fuss auf einen Sockel stellen.
  5. Ein regelmässiges Krafttraining zur Stärkung der Muskulatur sowie Sehnen, Bändern und damit Gelenken sollte ebenfalls nicht fehlen.
  6. Investiere 10 Minuten pro Tag ins Mobilisieren der Strukturen, die bei dir am meisten Aufmerksamkeit erfordern. Häufig ist das Brustwirbelsäule (zu rund), Hüfte (mangelnde Streckung) und Sprunggelenk (zu wenig Flexion vorhanden).

Mit diesen kleinen Veränderungen tust du deinem Körper und deiner Seele sehr viel Gutes, welches sich auch schon bald in verbesserter Haltung und weniger Schmerzen zeigen wird.

Los geht’s!

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