Emotionales Essen – wohl jeder tut es aber kaum einer erkennt es!

Marc Sonderegger/ January 7, 2019

 

In den letzten Wochen kam gleich mehrmals dieses Thema auf, als meine Kunden Sätze sagten wie:

 

“Ich musste etwas gegen meinen Frust haben“

“Der Tag war wirklich beschissen, es war mein einziger Aufsteller“

“Ich habe mir an diesem Tag sonst nichts gegönnt“

“Ich habe TV geschaut und es war mir langweilig“

 

Ich habe dann natürlich meine Sicht des Sachverhalts geschildert und mich entschieden, darüber einen kurzen (habe beim Korrekturlesen gerade festgestellt, dass er gar nicht mehr so kurz ist 🙂 ) Beitrag zu schreiben, der zum Nachdenken anregen, aber auch einige Lösungsstrategien liefern soll. Also legen wir los.

 

Essen ist und war seit jeher ein Mittel zum Zweck – nämlich zu Überleben. Aus biologisch-chemischer Sicht betrachtet liefert es nämlich nichts anderes als die Betriebsstoffe für die Zellatmung – den Umkehrvorgang der Photosynthese und die Grundlage für die Energiegewinnung bei allen heterotrophen Lebewesen.

Glukose und Sauerstoff ==> Kohlenstoffdioxid und Wasser.

So haben wir es schon in der Schule gelernt. Sauerstoff atmen wir ein – und Glukose oder deren Vorgängerstoffe konsumieren wir.

Dieser ursprüngliche Zweck wurde in den vergangenen Jahrzehnten entfremdet und ich finde in den letzten Jahren noch stärker. Keine Raubkatze jagt aus Langeweile oder geht “auf eine extra Runde“, weil sie gefrustet war. Der Mensch hat sich in dieser Hinsicht jedoch weiterentwickelt. Oder zurück! Nahrung ist, jedenfalls in unseren Breitengraden, im Überfluss und jederzeit erhältlich. Werbebotschaften, die minütlich auf uns einprasseln und Versuchungen in Form von Mitbringseln der Arbeitskollegen, machen den Verzicht nicht einfacher. Doch warum ist das so schwierig?

Ähnlich wie Drogensüchtige ihre Sorgen oder den Alltag mit Hilfe von eben diesen erträglicher machen, geben auch wir beim emotionalen Essen irgendwelchen “Triggern“, die dem Körper und Gehirn sagen “los – du brauchst das jetzt“, nach. Warum tun wir das? Man könnte hier wohl eine Dissertation über die neuro- oder soziologischen Ursachen schreiben. Das erspare ich euch – und mir 🙂 Aber man hat tatsächlich festgestellt, dass z.B. Zucker ein ähnliches Suchtpotential besitzt wie Nikotin oder Heroin und den Haushalt von körpereigenen “Glückshormonen“ wie Dopamin stark zu beeinflussen vermag. Ratten zeigten sogar Depressionen nach Zuckerentzug, wenn man sie zuvor einige Tage damit fütterte.

Etwas provokativ gesagt gehen wir beim emotionalen Essen also einer Sucht nach, ähnlich wie bei einer Droge. Schön, das bestätigt also obige Aussagen und wir können gar nichts dafür: Falsch!

Wie bei einer Droge kann man auch einen Zuckerentzug machen! Das ist ebenfalls nicht einfach, aber machbar, wenn man es will! Warum ich der Meinung bin, dass man das tun sollte:

 

1. Weil Nahrung oder Lebensmittel nicht für andere Probleme hinhalten sollten!

Warum war dein Tag beschissen? Warum warst du gefrustet? Warum denkst du, dass ein Lebensmittel die Lösung für das Problem ist? Warum hast du die Gummibärchen und nicht den Apfel gewählt? Haben sie das Problem gelöst? Hast du dich danach wirklich besser gefühlt?

 

2. Weil wir selber die Macht über unseren Willen behalten sollten:

Wenn wir die Antworten zu Punkt 1 objektiv und ehrlich betrachten, dann müssen wir wohl erkennen, dass es keine guten Gründe für die Gummibärchen gibt. Es ist wohl auch nicht der Frust, sondern das Lebensmittel, dass in dieser Situation unserem Gehirn signalisiert, dass es schmeckt…und wir wollen das Belohnungszentrum im Gehirn aktivieren. Denn, wenn wir zum Beispiel im Urlaub sind, dann ist es plötzlich der Urlaub, der als Grund für Desserts etc. hinhalten muss. Das ist einfach falsch! Du alleine solltest die Macht über deinen Willen behalten. Wenn du nicht abnehmen oder deinem Körper guten Treibstoff liefern möchtest, dann okey – go for it! Ansonsten dient es nicht deinem grösseren Ziel und du solltest ganz cool daran vorbeigehen oder “nein“ sagen können!

 

3. Weil diese Nahrungsmittel nicht gesund sind!

Wie in Punkt 2 ganz am Ende angedeutet, findest du in Gummibärchen, Kuchen, Chips und anderen Fertigprodukten nicht EINEN gesunden Stoff. Ganz im Gegenteil. Grammweise Zucker, Farb- und Konservierungsstoffe. Würdest du dein Auto mit Schlamm tanken? Deine Wäsche mit Gülle waschen? Überleg dir das mal!

 

Wenn du deinen Schweinehund mal aussen vorlässt und nicht gerade auf eine Süssigkeit starrst, musst zu zugeben, dass ich Recht habe…und du solltest mir eine Chance geben, dies zu beweisen. Wie wirst du also wieder Herr/Frau über dein Gehirn und deine Aktionen? Hier meine 3 wichtigsten Tipps:

 

1. Überlege dir, in welchen Situationen du zu Süssigkeiten oder ähnlichen Dingen greifst. Vermeide diese oder schau zu, dass sie gar nicht erst eintreten.

Vermeide die z’9i oder z’4i Pausen für ein paar Tage. Sag, dass du unbedingt etwas fertigmachen musst.

Mach dir eine Einkaufsliste und kaufe nur das ein, was da draufsteht! Ich sage meinen Kunden immer wieder, dass es bei mir zu Hause nichts Süsses gibt. Keine Schokolade, kein Müesli, keine Chips, keine Süssgetränke etc. Es kann kommen was will, es gibt nichts!

Du weisst was ich meine. Überlege dir ganz genau, wie du die Situationen, in denen du ungesunde Dinge isst, vermeiden kannst.

 

2. Such dir eine Alternative, falls doch!

Nun gut. Du gibst dein Bestes und der Arbeitskollege kommt mit dem Geburtstagskuchen an deinen Arbeitsplatz und fordert dich auf, ein Stück Kuchen zu nehmen. Sag ihm, dass deine Zuckerwerte schlecht sind und der Arzt meinte, dass du komplett auf Süsses verzichten müsstest.

Du hast mit deinem Auto einen Parkschaden gemacht und bist kurz davor in die Bäckerei zu rennen? Geh stattdessen in die Parfümerie und kaufe dir ein Parfum!

 

3. Mach einen Entzug und verzichte komplett auf zuckerhaltige Lebensmittel!

Auch ich musste schon mal nach einem 2-wöchigen Urlaub einen Zucker-Entzug machen. Nachdem ich fast jeden Abend ein kleines Dessert gegessen hatte, hatte ich auch Zuhause immer dann Lust auf solche Dinge. Erst nach ein paar Tagen komplettem Verzicht war diese Lust wieder weg.

Auch wenn du von Cola auf Cola Zero umgestellt hast, merkst du nach ein paar Wochen, wie hässlich sich der Zuckerfilm nach einer Cola auf deinen Zähnen anfühlt.

Zudem wird sich deine Verdauung ohne solche Lebensmittel viel besser anfühlen und dein Körper wird es dir langfristig auch anderweitig danken. Glaub mir!

 

Falls du Hilfe bei der Umsetzung oder nach erfolgreichem Entzug weitere Ziele verfolgen möchtest – melde dich bei mir. Ich helfe dir alle deine Ziele in Sachen Gesundheit zu erreichen.

Dein Marc

 

 

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